
Auf Hamburgs sündiger Meile tanzt zukünftig nicht mehr nur feierwütiges Volk. Die hässlich-graue Bauruine (Reeperbahn 1) weicht bald den „Tanzenden Türmen“ von Stararchitekt Hadi Teherani. Die Abrissarbeiten für die alte Bowlingbahn haben begonnen. An deren Stelle werden zwei große Bürohäuser entstehen, welche aufgrund ihrer geschwungenen Form den Titel „Tanzende Türme“ tragen werden.
Die Ruine der Bowlingbahn stand zwölf Jahre lang leer. In drei Jahren sollen sich an ihrer Stelle die neuen Türme erheben. Die Pläne des Architekturbüros Bothe Richter Teherani sehen so aus: Die beiden Türme sollen mehr als 20 Stockwerke hoch werden und wie zwei Tanzpartner wirken. Das Erdgeschoss soll voraussichtlich der Mojo-Club nutzen. In die beiden 75 und 85 Meter hohen Türme sollen das Hamburger Büro der Züblin AG und Mitarbeiter des Baukonzerns Strabag einziehen. Das Projekt kostet 180 Millionen Euro.
Die Architektur habe das Zeug zum Wahrzeichen, sagte der Bezirksamtsleiter Mitte, Markus Schreiber. “Das wird ein besonderes Symbol auf St. Pauli.” Architekt Teherani erklärt seine Idee so: “Wie Mann und Frau, die sich zum Tango bewegen. Vielleicht auch die X-Beine einer Prostituierten, die auf dem Kiez nach Freiern Ausschau hält. In diesem lustigen, aus dem Boden schießenden Entwurf ist Musik und Sex.”